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"Die Qual der Wahl!" oder "Warum die bloße Wahrheit oft nicht weiterhilft"

Aktualisiert: vor 3 Tagen

 

Wie wir Allrounder-Talente zu glücklichen Entscheidern machen

 

Neue Impulse von Thomas von Krafft, Dipl.-Sozialpädagoge, Testentwickler, Talententdecker, Ausrüster für professionelle Beratung in einer komplexen Ausbildungs- und Berufswelt

 

🎯 Ein überraschendes Beratungsphänomen – und warum es so oft übersehen wird

 

In der Berufs- und Studienorientierung begegnet mir seit Jahren ein bemerkenswerter Typ junger Menschen. Sie sind überall gut, haben hervorragende Noten, breite Interessen, viele Stärken – und trotzdem dasselbe Problem wie jene, die schulisch kämpfen:

👉 Sie können sich nicht entscheiden.

Und das ist keine Randgruppe. Nach meiner Erfahrung betrifft das ca. 20 % aller Jugendlichen, davon ca. 60 % Mädchen, ca. 40 % Jungs. Ein signifikanter, hoch begabter, hoch motivierter Teil der jungen Generationen Z und Alpha.

Viele Erwachsene neigen hier dazu, innerlich zu denken:„Das ist doch Jammern auf hohem Niveau.“

Doch diese Einschätzung greift zu kurz. Denn in Wahrheit steckt dahinter ein tiefes, kognitiv-emotionales Dilemma:

👉 Überall gut zu sein heißt nicht, überall glücklich zu werden.

👉 Breite Kompetenz erzeugt eine ebensolche Breite der Möglichkeiten, und damit auch ein unangenehmes Gefühl der Unübersichtlichkeit.

Diese Jugendlichen stecken nicht in einem Leistungsproblem, sondern in einem Orientierungsproblem.

 

💡 Warum Allrounder häufig den gleichen Leidensdruck erleben wie leistungsschwächere Jugendliche

 

Auf den ersten Blick könnte man meinen: „Wer überall gut ist, hat doch die besten Chancen!“

In der Realität führt das aber oft zu Überforderung.

Denn diese Jugendlichen sind:

  • kognitiv flexibel

  • vielseitig begabt

  • an vielen Themen interessiert

  • sozial kompetent

  • pflichtbewusst und leistungsbereit

  • offen für Neues

  • schnell begeisterungsfähig

Aber das ist doch wirklich ein Traumprofil, oder? Leider nur theoretisch.

Praktisch entsteht daraus ein Paradox:

Ein Mensch, der überall reinpasst, hat oft das Gefühl, nirgends wirklich reinzupassen, oder zumindest, nirgends „besser“ reinzupassen.

Es gibt keinen klaren Gewinner. Alles ist möglich, also fühlt sich nichts richtig an, man mäandert und irrlichtert im Geiste herum zwischen all den Möglichkeiten, und kommt nie irgendwo wirklich an.

Diese Jugendlichen erleben:

  • Entscheidungsstress

  • Angst, das Falsche zu wählen

  • Angst, etwas zu verpassen

  • Perfektionsdruck

  • Überidentifikation mit Erwartungen

  • Unfähigkeit zur Priorisierung

  • Hohe innere Standards

Kurz: Sie fühlen sich wie an einem Buffet aus 150 Gerichten. Alles sieht lecker aus. Und gleichzeitig weiß man schon jetzt: Ich werde niemals alles probieren können.

 

🔥 Was wirklich funktioniert – Strategien, die aus Allroundern glückliche Entscheider machen

 

Nach vielen Jahren Talentdiagnostik, unzähligen Beratungsprozessen, ausgewerteten Testprofilen und psychologischen Studien zeigt sich ein klares Muster:

 

Es gibt fünf Strategien, die bei Allrounder-Talenten besonders wirksam sind.


Diese Schritte führen zuverlässig zu Klarheit, Selbstvertrauen und einer nachhaltigen Entscheidung.

 

1️⃣ Den Fokus weg vom Beruf – hin zum Arbeitsumfeld lenken

Die größte Falle für Allrounder ist die Frage:„Welcher Beruf passt zu mir?“

Sie führt direkt in die Sackgasse, denn die Antwort würde lauten: „Na, fast alle!“Denn Allrounder könnten vieles, und genau deshalb nichts eindeutig besser.

Erfolgreiche Beratungen beginnen anders:

👉 „In welchen Arbeitsumfeldern blühst du auf?“

Wichtige Dimensionen sind:

  • projektbasiert oder routiniert

  • analytisch oder kreativ

  • Team oder Solo

  • strukturiert oder frei

  • digital oder analog

  • wirtschaftlich, sozial, naturwissenschaftlich

  • dynamisch oder stabil

Wenn das Arbeitsumfeld klar ist, fällt bereits 80 % des Berufsuniversums weg, automatisch, ohne Druck.

 

2️⃣ Stärken hierarchisieren und kombinieren – statt sie bloß zu sammeln

Allrounder neigen dazu, viele Stärken gleichberechtigt zu sehen. Berater und Beraterinnen erleben dann einen „Stärkenbrei“:

  • alles stark,

  • alles wichtig,

  • alles interessant,

  • alles möglich.

Doch Erfolg entsteht nicht durch die Menge der Stärken, sondern durch die Kombination.

Wirksame Strategie:

👉 Top-3-Primärstärken definieren

👉 Sekundärstärken sinnvoll anordnen

👉 eine Signatur erkennen: z.B. analytisch + empathisch + strukturgebend

Diese Stärkensignatur bestimmt die berufliche Richtung viel stärker als einzelne Fächer oder Interessen.

 

3️⃣ Interessen „zweiter Ordnung“ identifizieren

Viele Jugendliche mögen Biologie. Aber warum?

Interesse 1. Ordnung: „Biologie ist spannend.“

Interesse 2. Ordnung: „Ich liebe es, biologische Daten auszuwerten.“ oder „Ich bin fasziniert von Medizin und Menschen.“ oder „Ich will Nachhaltigkeit und Natur schützen.“

Diese Unterscheidung in der Betrachtungsweise ist entscheidend.

Denn sie trennt:

  • Biotechnologie

  • Humanmedizin

  • Ernährungswissenschaft

  • Forstwirtschaft

  • Umwelttechnik

  • Pflege

  • Forschung

Ein einziger Begriff – „Biologie“ – führt also zu ganz verschiedenen Lebenswegen.

 

4️⃣ Die Identität klären – nicht nur die Inhalte

Erfolgreiche Allrounder-Entscheidungen entstehen weniger aus der Frage „Was kann ich?“, sondern aus der Frage:

👉 „Wer will ich beruflich sein?“

Durch folgende Fragen öffnet sich ein neuer Horizont:

  • Welche Rolle willst du spielen?

  • Wie möchtest du wirken?

  • Welche Art Verantwortung reizt dich?

  • Wofür möchtest du Anerkennung erhalten?

  • Welchen Beitrag willst du leisten?

Identität erzeugt Richtung, Richtung führt zur Entscheidung.

 

5️⃣ Die Nische finden mit präziser Diagnostik: KompetenzCheck next

Der wichtigste Schritt ist derjenige, der die meisten Berater intuitiv wählen, aber oft mit unzureichenden Tools:

👉 Professionelle Diagnostik.

Der KompetenzCheck next bietet Allroundern genau das, was sie brauchen:

  • feine Differenzierung ihrer Denkstrategien

  • klare Stärkensignaturen

  • realitätsnahe Interessenkombinationen

  • Persönlichkeitsfacetten, die das Arbeitsumfeld bestimmen

  • fundiertes Matching mit echten Tätigkeiten und Berufsfeldern

  • objektive Grundlage, um Prioritäten zu setzen

Aus dem „Ich kann alles“ wird ein „Da genau gehöre ich hin“.

Diese Transformation ist enorm hilfreich:

  • Selbstvertrauen steigt

  • Entscheidungsdruck sinkt

  • Zukunftsbilder werden konkret

  • Berufswahl wird aktiv statt passiv

  • Motivation explodiert

 

🌱 Was die erfolgreichsten Verläufe gemeinsam hatten

Die Beraterinnen und Berater, die Top-Allrounder am besten begleiten konnten, nutzten stets dieselbe Grundstruktur:

  1. Identität vor Inhalt

  2. Umfelder und Tätigkeiten vor Berufen

  3. Daten vor Diskussion

  4. Stärkensignaturen vor Noten

  5. Nische vor Auswahl

Die Botschaft, die den größten Frieden brachte:

Du musst nicht alles machen, was du kannst. Du darfst (auf solider Grundlage) wählen, was zu dir passt.

Diese Jugendlichen wurden nicht erfolgreich, weil sie vieles konnten. Sie wurden erfolgreich, weil sie schließlich das Richtige davon gewählt haben.

Und genau dabei sind wir Profis gefragt: Den Raum zu schaffen, in dem Allrounder ihr eigenes Profil erkennen, strukturieren und in Richtung Zukunft ausrichten.

 

🔥 Resümee: Die Qual der Wahl ist lösbar – mit Struktur, Diagnostik und Identität

Ob jemand schlechte Noten oder ein Allrounder-Profil hat, das grundlegende Problem ist meist dasselbe: Fehlende Passung.

Doch Allrounder benötigen ein anderes Vorgehen:

  • keine Checklisten

  • keine Versprechen

  • keine „Du kannst alles“-Floskeln

  • kein „Wow, tolles Zeugnis!“

  • sondern präzise Analyse + klare Reduktion + Identitätsarbeit

Dann entsteht etwas, das wertvoller ist als ein „guter Beruf“:

👉 ein guter Weg

👉 ein stimmiges Selbstbild

👉 eine persönliche Nische

Und diese Nische macht den Unterschied zwischen:

  • funktionieren oder aufblühen

  • ertragen oder gestalten

  • zufällig entscheiden oder bewusst wählen

  • unsicher sein und selbstbewusst entscheiden

 

ree

Wenn du deine Klientinnen und Klienten auf diesem Weg professionell unterstützen möchtest, dann lerne den IKOBE KompetenzCheck next jetzt kennen – das Tool der Beratung 2. Ordnung sozusagen, das hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Mehr Impulse und Werkzeuge:

📩 Kontakt: tvk@ikobe.de | 0173 – 35 90 314

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