Was wirst du ... und wie viele?
- Thomas von Krafft

- 23. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Tagen
Impulse für professionelle Laufbahn-Beraterinnen und -Berater
Von Thomas von Krafft, Dipl.-Sozialpädagoge, Testentwickler, Talententdecker, Ausrüster für die professionelle Laufbahnberatung
„Was willst du mal werden?“ Die so oft gestellte, scheinbar harmlose Frage. Und gleichzeitig eine der irreführendsten überhaupt. Denn sie unterstellt etwas, das schlicht nicht stimmt: Dass es genau den einen richtigen Beruf für jeden Menschen gibt.
Sorry, das tut es so gut wie nie.
Der Mythos vom EINEN passenden Beruf
Wer mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeitet, kennt das Bild: Am Ende eines Gesprächs stehen 5, 10 oder 15 Berufsideen im Raum. Ein bunter Strauß. Sieht gut aus. Fühlt sich produktiv an.
Aber: Hilft das wirklich bei einer Entscheidung? Ein bisschen, aber noch nicht ganz.
Denn dieser „Blumenstrauß“ ist kein Ergebnis, sondern erst ein Zwischenstand.
Er zeigt vor allem eines: Dieser Mensch KÖNNTE vieles. Ja? Und jetzt?
„Du bist für vieles geeignet“ "Toll! Und jetzt?
Die Botschaft ist zunächst positiv:
Du hast Fähigkeiten
Du bist flexibel
Du hast mehrere Optionen
Das ist richtig. Und wichtig. Aber für die konkrete Entscheidung einer Schülerin oder eines Schülers reicht das nicht.
Denn: Nicht alles, was man kann, passt auch wirklich zu einem.
Und noch präziser: Nicht alles, was möglich ist, ist langfristig stimmig.
Warum oberflächliche Berufsorientierung nicht genügt
Viele Beratungsprozesse bleiben genau an dieser Stelle stehen.
Es wird gefragt:
Was interessiert dich?
Was kannst du dir vorstellen?
Was gibt es überhaupt?
Das Ergebnis: Ein Set aus Möglichkeiten.
Was fehlt: Differenzierung.
Denn die entscheidende Frage ist nicht: „Welche Berufe passen ungefähr?“
Sondern: „Welcher passt besser als die anderen – und warum?“
Die entscheidenden Unterschiede liegen im Detail
Schauen wir uns zwei Berufe an, die auf den ersten Blick ähnlich erscheinen:
Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement
Bankkauffrau oder Bankkaufmann
Beide:
arbeiten mit Zahlen
kommunizieren mit Menschen
sind strukturiert
Und trotzdem: Für manche passt der eine Beruf hervorragend, der andere überhaupt nicht.
Warum?
Weil die Unterschiede nicht im Berufsbild liegen, sondern im Menschen:
Bedürfnis nach Sicherheit <> Abwechslung
Grad der sozialen Interaktion
Umgang mit Verantwortung und Druck
Strukturbedürfnis <> Flexibilität
Detailorientierung <> Überblick/Big-Picture-Denken
Das sind keine groben Kategorien mehr, sondern feine Nuancen. Aber genau diese Nuancen entscheiden.
Häufiger Denkfehler in der Beratung
Viele Beratungsansätze arbeiten wie ein Filter: Interessen rein à passende Berufe raus
Das Problem: Dieser Filter ist zu grob.
Er beantwortet die Frage:„Was ist möglich?“
Aber nicht:„Was ist passend?“
Und das ist ein wichtiger Unterschied.
Was junge Menschen wirklich brauchen
Sie brauchen eine klare Information, worauf es jetzt ankommt. Jetzt, wo vielleicht schon eine gute Vorauswahl stattgefunden hat, aber entscheidende Infor noch fehlen.
Hier sind drei Ebenen wichtig, die zusammenwirken müssen:
1. Wer bin ich?
Interessen
Werte
Persönlichkeit
No-Gos
2. Was kann ich?
Fähigkeiten
Talente
Erfahrungen
Stärken
3. Was passt wirklich zu mir?
Konkretes Matching mit der Arbeitswelt
Abgleich von Anforderungen und Profil
Gewichtung statt bloßer Auflistung
Erst dann wird aus einem „bunten Strauß an Möglichkeiten“ eine fundierte Auswahl.
Hier beginnt die professionelle Arbeit
Und es trennt sich auch die Spreu vom Weizen in der Beratung. Denn: Diese Tiefe und Detailliertheit lässt sich nicht „im Gespräch allein“ zuverlässig herstellen.
Dafür braucht es:
Struktur
Vergleichbarkeit
objektivierbare Daten
differenzierte Auswertung
Kurz: Ein professionelles diagnostisches Instrument.
Vom Bauchgefühl zur fundierten Entscheidung
Der entscheidende Unterschied liegt nicht darin, ob jemand mehrere Optionen hat.
Sondern darin, ob er oder sie versteht, warum eine Option besser passt als die andere.
Das ist der Moment, in dem Beratung unersetzlich wird.
Und genau hier setzt ein Verfahren wie der KompetenzCheck next an:
· Er macht feine Unterschiede sichtbar
· Er übersetzt Persönlichkeit in berufliche Anforderungen
· Er zeigt nicht nur Möglichkeiten, sondern Prioritäten
· Er liefert eine belastbare Grundlage für Entscheidungen
Quintessenz für Beraterinnen und Berater:
Wenn am Ende eines Prozesses nur ein „Blumenstrauß“ steht, war die Arbeit noch nicht fertig. Erst wenn eine Schülerin oder ein Schüler sagen kann: „Ich verstehe, warum genau dieser Weg für mich passt“, dann entsteht echte Orientierung. Und genau dafür braucht es zur guten Beratung das richtige Tool. Der KompetenzCheck next ist so ein Tool. Es ist das richtige Werkzeug für eine differenzierte Betrachtung.
Die Frage: „Was wirst du?“ ist zu wenig. Die Frage müsste lauten: „Was passt wirklich zu dir, und warum?“ Wenn wir darauf in der Beratung eine klare Antwort geben können,dann ist der wichtigste Schritt getan.

Wenn du deine Klientinnen und Klienten auf diesem Weg professionell unterstützen möchtest, dann lerne den IKOBE KompetenzCheck next jetzt kennen, das umfassende Tool für deinen Beratungscontent, das hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Mehr Impulse und Werkzeuge: www.ikobe.de und www.ikobe.de/blog
Kontakt: tvk@ikobe.de | 0049 173 35 90 314





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